Donnerstag, 8. November 2012

Ordnung im kreativen Chaos

Seitdem meine Nähleidenschaft wieder zu Leben erwacht ist,  herrscht in meinem Kopf schöpferisches Chaos. Es wurden unendlich viele Stunden im Netz verbracht auf der Suche nach Stoffen und Schnitten, viel Geld bereits verschleudert beim emotionalen und unüberlegten Kauf von sowohl Stoffen als auch Schnitten.
Dann wurde in gewohnter Manier daraufhin genäht.
Relativ schnell musste ich mich aber der Erkenntnis stellen: SO KANN ES NICHT WEITER GEHEN. Wenn ich nicht im Frust und umgeben von unzähligen UFOs versinken will muss ein Schlachtplan her.
In Form eines Nähplans.



Nähplan für die nächsten Wochen bzw. Monaten:

Die oberste Priorität lieg darin mich zu zwingen mit System vorzugehen. Denn was nützen mir 10 im Schrank hängende oder eher in der Ecke zusammengeknüllte UFOs?
Also erst einmal müssen die Nähobjekte fertig gebracht werden. Ok das ist eine Frage der Disziplin und mittlerweile bessere ich mich auch darin. DANN aber sollten sie auch getragen werden.
Und das ist bei weitem die schwierigste Aufgabe…
Das hängt nämlich nicht nur von der reinen Fertigung des genähten ab und auch nicht einmal wirklich davon ob das Teil nun sitzt oder nicht. Sondern ehre um WAS genäht wurde.
Das Problem zu erkennen ist ja bekanntlich der Anfang der Lösung.


Wie entsteht ein Nähgelüst, ein Projekt?

. gehe ich von einem Stoff aus in den ich mich spontan verliebe und wo ich auf Verdacht mal schnell 1,5 oder 2 m kaufe?
. gehe ich von einem Schnitt aus?
. oder gehe ich von einem Hirngespinst (zum Beispiel inspirieren mich zu Zeit die Blusen aus „downton Abbey“ sehr) aus?

Die Kunst liegt dann wohl darin alles zu einem Tragbaren Projekt zu verbinden. Und nicht wild in alle Richtungen darauf loskaufen. DAS führt zu Geldverschwendung und ins unermesslich wachsende Stoffbergen.

Werde ich wirklich realistisch diesen Winter Kleider tragen? Haber ich die dazu passenden Stiefel/Schuhe? Den passenden Mantel, die passenden Strumpfhose? Alles Sachen die das noch so schönste Kleid in Windeseile zum UFO katapultieren.
Da kommt der Nähplan ins Spiel.
was brauche ich? Was ziehe wirklich an? Wie soll es aussehen? Wie kann ich es kombinieren?

Hier mal ein Versuch:

Hosen

Am meisten trage ich natürlich Jeans. Und das wird auch so bleiben. Dieses Thema lasse ich dem entsprechend mal außer Acht. Sie sind auch die perfekten Basisteile…

Röcke

Trage ich selten bis nie. Röcke die hochrutschen, zu denen ich kein Oberteil habe. Das gewurstel mit Strumpfhose ist noch grösser als bei Kleider. Hum. Trotzdem würde ich es gerne mit einem Basic Rock versuchen. Aus Jeans. Vielleicht mit kleinen Streifen oder eingewebten Pünktchen.

Inspiration:


Rock Nr. 12 aus der Ottobre 05/2012
Pünktchen Jeans Stoff von kleinerstern.de

 

 


 

 

 

 









Kleider

Trage ich fast so selten wie Röcke. Außer im Sommer.
Eigentlich ein tolles Kleidungsstück wenn man bedenkt dass man sofort angezogen ist …wenn da nicht die verflixte Strumpfhose und die obligatorischen Stiefel wären…
Tja…und natürlich die Passform. Denn nirgends wo anders klaffen meine spezifischen Figur Probleme so auf wie bei einem Kleid. Zu wenig Taille für zu viel Busen und noch mehr Po. Klingt herrlich wenn man ein Dirndl tragen möchte. Für Stangen Kleidung allerdings ist es eher ein Übel.
Mit der Zeit bin ich auf ein paar Sachen gekommen:

. Meine Taille sollte betont werden. Aber nur zwischen Unterbrust und Nabel Ab da wächst nämlich das Bäuchlein.
. Eine Empire Taille betonnt zwar den Busen aber nur wenn er nicht zu groß ist. Außerdem ist diese schnitt NICHT vorteilhaft wenn die Hüfte viel breiter ist als die Unterbrust. Für diese Erkenntnis habe ich SEHR lange gebraucht. Das heißt die heiß geliebten Knotenkleider sind NICHTS für mich. Es sei denn ich finde eine Möglichkeit einen für mich besseren Übergang zum Rock zu finden als das elendige Gekräusel. Das Kleid sieht dann von Vorne ganz gut aus aber von der Seite ist es inakzeptabel.
. Abnäher im Brustbereich sind unerlässlich. Da bei meiner Oberweite und meinem Kleinen Rücken reichen die Standard Seiten-Abnäher meistens nicht aus. Ich sollte mich also wieder mit den von mir verhassten Prinzess oder Wiener Nähten befassen.

Inspiration:

Pastille Kleid von Colette Patterns
Rooibos Kleid von Colette Patterns

Kleid  Belladone von Deer&Doe
Kleid Peony von Colette Patterns

Oberteile

So. Nun endlich der Teil des Nähplan in dem ich mich voll austoben kann. Oberteile wie Shirts und Blusen kann man doch nie genügend haben!

Diverse Lang Arm bzw. ¾ Arm Shirts.

in allen Varianten.

Einfache Blusen.

Dafür schwebt mir ein einfacher Raglan Schnitt vor ergänzt durch ein praktisches elastisches Bündchen. Komischerweise sind Raglan schnitte für Blusen komplett aus der Mode gekommen. Dabei gibt es doch nichts Elendigeres als einen schmalen Ärmel einzunähen. Dabei war es früher sehr „en vogue“ und das Netzt wimmelt nur so von Vintage Schnitten aus den 50er, 60er Jahren mit adretten und raffinierten Raglan Ärmeln. Sehr angetan haben es mir auch die Blusen aus der“Titanic“ Ära (wunderbar in der serie  „downton Abbey zu bewundern“). Es sind meistens sehr schlicht gehaltene aber unheimlich feminine Blusen mit runden Ausschnitt und Kimono Ärmel.

Inspiration:

Vintage Blusen Schnitte mit Kimono Ärmeln
Vintage Blusen Schnitte mit Raglan Ärmeln

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